« Niemals geht man so ganz...
Liebe Freunde und Feinde von Bettie Ford, liebe Mama,
die Jungs von Bettie Ford haben sich nach den letzen Auftritten gefragt:
„Seit
wann ist unser Drummer so dünn geworden, und warum spielt er so
scheiße?“ Die Lösung ist einfach: Ich war es gar nicht. Ich habe die
Band verlassen, und es keinem gesagt. Der Ersatz Schlagzeuger ist
irgendein Student, dem ich eine warme Mahlzeit versprochen habe, wenn
er mit der Band mitfährt, viel Bier säuft und irgendwie auf den
Trommeln rumhaut. Ich war mir sicher, dass es keinem auffallen würde.
Leider habe ich aus Versehen einen der Jungs angerufen, als sie gerade
beim Soundcheck in Dresden waren. Und der hat dann behauptet: ich
könnte doch gar nicht am Telefon sein, ich würde ja gerade trommeln,
und woher ich überhaupt die Nummer her hätte. Ich legte auf.
Die Sache wurde also langsam kompliziert, und ich beschloss den Jungs, nach Ihrer Rückkehr die Wahrheit zu sagen.
Bei der nächsten Probe:
Ich habe also all meinen Mut zusammen genommen und gesagt:
„Jungs“,
hab ich gesagt, „ich verlasse die Band. Bin weg, komm nie wieder, adios
muchachos, das war’s, macht euren Scheiß doch alleine“. Das hier ist
der Manfred, oder so ähnlich und der ist jetzt euer neuer Trommler.“
Die Reaktionen waren unterschiedlich:
Gitze: „Hallo Manfred, folgendes…“
Rock: „Is noch Bier da?“
Silver: „Hat einer mein rosa Hemd gesehen?“
und der Don war zum Glück noch nicht da.
Puh, das war geschafft.
Schnell war ich durch die Tür, und verbringe mein neues freies Leben damit, guten Funk zu hören und mich auf meine Karriere als Jazz Saxofonspieler zu konzentrieren, womit auch die Gründe meines Ausstiegs genannt wären.
...alles natürlich erstunken und erlogen, Freunde. Was aber stimmt ist, daß ich raus bin....
Meine Jungs, ich wünsche Euch alles, alles Gute, und jeden nur denkbaren und undenkbaren Erfolg. Mögt Ihr für immer rocken, und ganz, ganz Große werden.
Ich bin weg! Grüße an alle Wahnsinnigen da draußen!
Euer Tank





